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In meinem ersten Artikel über Website SEO Monitoring & SEO Automation möchte ich über ein grundsätzliches Problem vieler Website-Betreiber schreiben: die Kontrolle über die eigenen Inhalte. Hier fängt SEO an. Meine Website muss technisch einwandfrei funktionieren, damit ich das volle Potential der Suchmaschinenoptimierung strukturell und inhaltlich ausnutzen kann. Du musst im ersten Step jederzeit über folgende Veränderungen Deiner Website informiert sein:

  1. Neu erstellte Seiten
  2. Gelöschte Seiten
  3. Weitergeleitete Seiten

Natürlich müssen viele weitere SEO Parameter bei diesem Webseite SEO Monitoring Schritt beachtet werden – darauf gehen wir in unserem nächsten SEO Automation Artikel ein. Nur wenn Du weißt, was auf Deiner Website passiert, kannst Du die Kontrolle darüber halten.

Ob kleine Blogs, die mit der Zeit ein immer größeres Content-Volumen erreichen oder große, internationale, multilinguale Konzern-Websites mit mehreren Redakteuren: Setze Dir als ersten Webseite SEO Monitoring Task dieAufgabe ab sofort Deinen Content (am Besten) täglich zu kontrollieren. Wie oft dies passieren muss hängt von der Content Change Frequency ab, also wie oft Content auf Deiner Website verändert wird.

Ich führe täglich ein Website SEO Monitoring meiner Kunden-Websites durch. Damit behalte ich immer den Überblick und kann den Kunden innerhalb von 24 Stunden über Optimierungspotentiale und Fehler hinweisen, ohne dass Google es bemerkt bzw. verarbeitet.

Neu, gelöscht, weitergeleitet: SEO Effekte der HTTP Statuscodes

Dieses SEO Controlling dient nicht nur dazu, einen Überblick über die inhaltlichen Aspekte zu behalten, sondern vor Allem auch, um technische Fehler in Form von seo-ungünstigen HTTP Statuscodes (Externer Link: HTTP Statuscode Artikel auf Wikipedia)  zu vermeiden bzw. zu korrigieren, bevor Google entsprechend seinen Index danach richtet. Welche HTTP Response gibt es und was muss ich beachten?

SEO Handling: Neue Seiten

Bei intern neu verlinkten Seiten gibt es nur einen korrekten HTTP Statuscode:

200 – ok: Die Seite ist neu, intern verlinkt und erreichbar. Alle anderen HTTP Statuscodes wären fehlerhaft.

SEO Handling: Gelöschte & nicht mehr verlinkte Seiten

Bei gelöschten Seiten (im Sinne von nicht mehr intern verlinkt oder aus dem CMS gelöscht) haben wir mehrere Möglichkeiten.

X 200 – ok: dieser Status kann entstehen, wenn eine Unterseite intern nicht mehr verlinkt wird, jedoch trotzdem noch über z.B. eine Direkteingabe der URL oder durch Crawling von bereits indexierten Seiten der Suchmaschinenbots. Eventuell ist sie auch (ungewollt) Bestandteil der sitemap.xml – Datei, auf die Google Zugriff hat. Diesen Zustand nenne ich eine „Desert Page“, da sie noch indexiert und erreichbar ist, aber keinerlei interne Links inne hat. Sie existiert sozusagen autark von der Website. Ich empfehle keine „Desert Pages“ auf der eigenen Website zuzulassen. Demnach sollte beim Website SEO Monitoring von gelöschten Inhalten darauf geachtet werden, dass die Seite nicht mehr in Sitemaps vorhanden ist und entweder weitergeleitet oder als gelöscht/entfernt gekennzeichnet wird.

301 – Permant Redirect: Die HTTP Antwort einer dauerhaften Weiterleitung mit dem Response Code 301 ist die häufigste und empfohlenste Methode für das Handling von nicht mehr existierendem Content. Aber Vorsicht: auch wenn wir über SEO Automation schreiben, heißt das nicht eine generelle Regel in WordPress, TYPO3 & Co. zu hinterlegen, die gelöschte Seiten automatisch auf die Startseite weiterleitet. Das würde zum Einen zahlreiche Soft 404 Errors verursachen, zum Anderen zeitlgeich bedeuten, dass es gar keine 404 – Not Found Page gibt. Daher ist die beste Empfehlung eine gelöschte / zu löschende Seite, die nie wieder aktiviert werden soll mit einem 301 Permanent Redirect zu einer themenrelevanten anderen Seite weitergeleitet wird. Gibt es kein Alternativangebot für die gelöschte / zu löschende Seite greifen die nächsten beiden Methoden. Bei einem 301 Redirect wird die entsprechende URL aus dem Index entfernt!

307 – Temporary Redirect: Dieser HTTP Statuscode kann für eine aktuell nicht mehr vorhandene URL verwendet werden, wenn es die URL kurzfristig wieder gibt. Ein Anwendungsbeispiel wäre, dass es in einem Online-Shop einen bestimmten Artikel (Poloshirt XYZ, Farbe blau, Größe M) vorübergehend nicht gibt. Dann wäre das beste SEO Handling die Produktseite per 307 als temporären Redirect auf die dazugehörige Kategorie (Poloshirts) weiterzuleiten. Sobald der Artikel wieder verfügbar ist, kann der Redirect entfernt werden. Bei einiem 307 Redirect wird die entsprechende URL nicht aus dem Index entfernt!

X 404 – Not found: Der häufigste Klassiker der HTTP Status Codes, auf den man beim Website SEO Monitoring von gelöschten Seiten und entfernten Inhalten ein ganz besonderes Auge haben sollte. Denn meistens verschenkt man mit einer 404 Antwort bereits gewonnene SEO Stärke. Warum? Zum Einen kann die gelöschte URL bereits erfolgreiche Rankings in der organischen Suche haben, über die zielgruppenrelevante User auf Deine Website kommen. Zum Anderen könnte die URL von anderen Websites verlinkt sein (Backlink) und mit einem 404 Status verschrecke ich nicht nur die User, sondern entkräfte auch meine Backlinks auf diese URL (Link Juice). Also bitte prüfe in der Google Search Console Deine Links und organischen Suchanfragen, sowie in Google Analytics Deine Besucherzahlen (Anzahl, Einstiege, Ausstiegsrate, Conversions, Aufenthaltsdauer, Quelle/Medium) für diese URL und entscheide erst dann, wie Du damit umgehst.

410 – Gone
: Wenn Du Deine Kennzahlen (User, Backlinks) der zu löschenden URL geprüft hast und diese nicht relevant sind – Du keine themenrelevante Weiterleitung einrichten kannst, da keine andere Seite Deiner Website dem Content entspricht oder ähnelt – der Content nie wieder benötigt wird und nie wieder online gestellt wird: dann kannst Du eine saubere 410 Antwort geben. Sie ist wesentlich effektiver als eine 404 Antwort, da Du mit einem 410 Gone Status den Suchmaschinenbots aktiv mitteilst, dass es diese Seite nie wieder geben wird und sie sofort aus dem Index gelöscht werden kann. Eine 404 Status würde eher einen Fehler beim Umgang mit dem eigenen Content darstellen, als eine seo-konforme Umsetzung von Content-Optimierung.

SEO Handling: Weitergeleitete Seiten

Auch bei weitergeleiteten URLs sollte man drei Punkte dringend überprüfen:

Überprüfung, ob temporärer (307) oder dauerhafter (301) Redirect und dessen Korrektheit

HTTP Statuscode des Redirects – das Weiterleitungsziel muss einen 200 Status zurückgeben

Themenrelevanz und -nähe des weitergeleiteten Contents zum Content des neuen Redirect-Ziels.

Neu, gelöscht, weitergeleitet: SEO Monitoring der HTTP Statuscodes

Jetzt haben wir allerdings noch nicht die Frage beantwortet, wie Du täglich den ultimativen Überblick über neue, entfernte und weitergeleitete Seiten im Rahmen Deines Website SEO Monitorings bekommst. Ich verrate vermutlich kein Geheimnis, dass es hierzu Tools benötigst, es sei denn, Du klickst Dich jeden Tag durch die Website, für die Du verantwortlich bist und prüfst mit Free Tools wie diesem Http Status Checker den Response Code. Für das regelmäßige Website SEO Monitoring der HTTP Statuscodes Deiner Website können wir folgende Tools empfehlen.

Sistrix Optimizer
ca. 200,00 EUR / Monat
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XOVI OnPage Analyse
ca. 100,00 EUR / Monat
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klick:sieger® SEO Website Monitoring
ca. 35,00 EUR / Monat (aktuell kostenfreie Beta-Testphase)
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Empfehlung

ahrefs Site Audit
ca. 100,00 EUR / Monat
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In meinem nächsten Artikel erfährst Du, auf welche SEO Parameter Du bei neuen Inhalten achten musst und wie Du diese optimal monitoren kannst.